"VERRATen wir?"

war der Titel des Stücks, das 13 Schülerinnen und ein Schüler des Nachmittagsangebotes „Szenisches Schreiben“ am 3. und 4. Mai insgesamt drei Mal auf die Bühne im Foyer der Freien Schule Lindau brachten.

Das 45 minütige Theaterstück wurde von der Theatergruppe selbst erarbeitet und beinhaltete tiefgreifende Themen. Es ging um Lüge, Wahrheit, Gerechtigkeit, Angst, Entscheidungen, Konsequenzen und um das Miteinander in einer Gruppe.
Die Textgrundlage zu dem Stück lieferte das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ von Christian Andersen, welches aber am Ende nur noch durch das Grundthema auftauchte: Dem Kaiser werden von Betrügern falsche Kleider genäht. Wir wissen es. Was tun wir?

Das Publikum beider Tage war völlig begeistert von den Leistungen der Jugendlichen. Die Schauspielerinnen und der Schauspieler brachten das Stück mit einer großenSelbstverständlichkeit, beeindruckender Authentizität und Intensität auf die Bühne. Auch gelang ihnen die Balance zwischen schweren Themen  und spaßigen Momenten sehr gut. So wechselten sich philosophische Dilemma-Gespräche mit Schattentheater und spielerischem Gerangel ab.

Zu den Aufführungen gehörte auch eine Ausstellung, die die Zuschauer im Anschluss an das Stück im Bewegungsraum besuchen konnten und die alle beim „Szenischen Schreiben“ entstandenen Texte,  Flip Charts, Mind-maps, sowie Fotos von den Proben zeigte. So wurde nachvollziehbar, wie das Stück nach und nach entwickelt wurde.  Dem Besuchern wurde klar, was für eine immense Arbeit hinter so einer Inszenierung steckt und wie weit diese Form von Theaterspiel über „Text lernen“ hinausgeht:Die viele Stunden Schreiben, die tiefen Themen, die in der Auseinandersetzung mit dem Grundlagentext stecken, mit was sich die Schüler während des Prozesses beschäftigt haben, das Einbringen von Persönlichen auf die Buhne….

Außerdem konnte man das Wechselspiel zwischen SchauspielerInnen und Lehrkräften erahnen. Welche Grundlagen, Ideen, Texte etc. von den SchülerInnen entwickelt wurden und wie sie dann durch die Lehrkräfte und deren Fragen aufgegriffen und im Stück umgesetzt und sichtbar gemacht wurden.

Wir sind dankbar, solche Theaterpädagoginnen an unserer Schule zu haben! 

„Alles in Allem waren die Aufführungen für uns ein voller Erfolg. Die Zuschauer reagierten durchweg sehr positiv. Sie waren lediglich enttäuscht, dass wir das Stück nicht noch öfters und nicht auch an anderen Orten spielen. Aber das war für uns ein schönes Kompliment und Sätze wie: „Das müssen die Menschen doch sehen!“ bestärken uns in unserer Arbeit.

Unser Ziel ist immer Menschen (die Zuschauer und die Schauspieler) zu bewegen. Innere Prozesse anzuregen. Ein Gedankendomino anzustoßen. Und wir denken, dass uns dies mit „VERRATen wir?“ gelungen ist. Vielen Dank an alle, die an diesen Tagen da waren. Es war sehr schön mit euch!“

Ute Bisinger und Francesca Motta