Global Goal  – Sauberes Wasser für jedermann

Von den Faschingsferien bis zu den Osterferien gab es in Vertiefen den Blockunterricht Global Goals und Fremdwörte,. Da vor allem das Thema Global Goals und alles was dazu bearbeitet wurde sehr spannend war, würden wir davon gerne kurz erzählen, um einfach die schwerwiegenden Fakten, die die Schüler bei der Bearbeitung unseres Themas erfahren haben, mitzuteilen.

Als erstes sollte man natürlich wissen, was die Global Goals(auch SDGs) sind, nämlich von den vereinten Nationen (UN)  festgelegte Ziele für eine bessere Welt, wie Gleichberechtigung, Erhaltung der Artenvielfalt und eine gut funktionierende Infrastruktur, um nur ein paar Aspekte zu nennen.

Nachdem die Schüler erstmal eine kurze Einführung in das Thema bekommen hatten, ging es gleich an eine kurze, aber intensive Projektarbeit, bei der die Schüler der Leitfrage nachgingen: „Woran liegt es, dass Dospanov (ein Ort am Aralsee) kein sauberes Trinkwasser hat, wenn ich ein T-Shirt aus usbekischer Baumwolle kaufe“

Anhand von zuerst mal unzusammenhängenden Informationskarten mussten die Schüler herleiten, inwiefern es die Menschen in Usbekistan schädigt, wenn man Kleider aus Baumwolle aus eben diesem Land kauft.

Dazu gab es verschiedene Themen in die man sich erst einmal einarbeiten musste. Das Erste war virtuelles Wasser.

Virtuelles Wasser ist Wasser, das im Verarbeitungsprozess eines Produktes versteckt ist. Dabei wird zwischen grünem (Regenwasser), blauem (Wasser aus Seen und Flüssen und Grundwasser) und grauem (Abwasser oder verschmutztes Wasser) Wasser unterschieden.

Das zweite Thema war der Wasserfußabdruck, das ist der durchschnittliche Wasserverbrauch einer Person pro Jahr. Dabei unterscheidet man zwischen internem (Wasser aus dem jeweiligen Land) und externem (Wasser das z. B. durch den Herstellungsprozess aus einem anderen Land kommt)

Dabei wurde die Schweiz als Beispiel genommen, da dort der externe Wasserverbrauch extrem hoch ist. Um das zu veranschaulichen wurde das T-Shirt als Beispiel genommen, dieses verbraucht in der Produktion nämlich durchschnittlich 2300 l Wasser und in der Schweiz werden pro Person durchschnittlich 12 kg Kleider pro Jahr gekauft, was umgerechnet ungefähr 20 T-Shirts wären.

Natürlich fragt man sich da was das Ganze für Auswirkungen auf Usbekistan hat. In Usbekistan wird seit den sechziger Jahren Baumwolle angebaut, da Baumwolle während der Zeit auf dem Feld am besten nicht mit Wasser in Kontakt kommt und Usbekistan ein sehr trockenes Land ist. Deshalb musste auch der Boden bei den Feldern stark bewässert werden, weshalb Wasser aus dem Aralsee, dem ehemals viertgrößten Binnensee der Welt, und seinen beiden großen Zuflüssen abgezapft wurde.

Anfangs wurden der See und die beiden Flüsse noch als unerschöpfliche Wasserquellen angesehen und das Baumwollgeschäft boomte.  Doch innerhalb der letzten 50 Jahre ging das Wasser des Sees immer weiter zurück und die Flüsse führten auch immer weniger Wasser, dennoch machte die Baumwollindustrie, trotz der bereits früh auftretenden Zeichen einfach gnadenlos weiter.

Heute ist der See auf 20% seines ursprünglichen Volumens geschrumpft, was enorme Auswirkungen auf das ganze Land hat. Dort wo der See ausgetrocknet ist bilden sich nämlich Salzkrusten am Boden, die zusammen mit den Pestiziden von den Baumwollfeldern durch immer häufiger werdende Sandstürme über das ganze Land verteilt werden. Dadurch gibt es nur noch sehr wenig nicht verschmutztes Trinkwasser und die Luft ist stark verschmutzt, weshalb viele Usbeken Atemkrankheiten bekommen haben . Der Fischer der vor 50 Jahren direkt vor seiner Hütte fischen konnte, muss heute 150 Kilometer fahren , um ans Wasser zu gelangen.

 

Auch ist die Lebenserwartung in Usbekistan von 70 auf 55 Jahre zurückgegangen. Dieses durchaus reale Thema hat die ganze Gruppe ziemlich geschockt, weshalb wir es einfach gerne anderen Leuten mitteilen würden, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen.

Was hat dieses Thema nun mit jedem einzelnen von uns zu tun und inwiefern kann ich hier Einfluss nehmen? Dieser Frage gehen wir in der nächsten Stunde nach und sind schon gespannt.

Henry Matenaer (Stufe Vertiefen)