Was uns ausmacht: „Familiäre Gemeinschaft von der 1. bis zur 10. Klasse“

ist der 1. Punkt auf unserer „Was uns ausmacht“- Liste.

Und in der Erklärung auf der Postkarte haben wir dazu geschrieben:

Unsere Kinder und Jugendlichen bleiben von der Einschulung bis zum Schulabschluss zusammen, lernen in Beziehung ohne Trennung nach der 4. Klasse.“

Das war das, was den meisten von allem am wichtigsten war. Und das ist sicher auch das Augenscheinlichste an diesem Punkt: Unsere Schule endet nicht nach der 4. Klasse.
Wir gehen gemeinsam weiter statt uns – „sortiert“ nach sehr eng definierten Leistungsunterschieden-  zu trennen. Denn für den Übertritt in die weiterführenden Schulen zählen (fast) nur die sogenannten Hauptfächer: Deutsch und Mathematik.

Das allein wäre ein guter Grund zusammen zu bleiben, denn unsere Fähigkeiten und Talente, unsere Interessen, Herausforderungen und Schwierigkeiten sind so viel vielschichtiger, zeigen sich in so viel mehr Bereichen als nur in diesen beiden Fächern. Und zu so ganz unterschiedlichen Zeitpunkten. Und ich persönlich finde allein die Unterscheidung in Haupt- und Nebenfächer sehr bedenklich. Aber das wäre ein eigener Artikel J

Die Gründungseltern haben also bewusst eine Schule gewollt, in der alle Kinder und Jugendlichen während der gesamten Pflichtschulzeit zusammen bleiben  können. In der sie gemeinsam Erfahrungen machen können, gemeinsam lernen und miteinander und aneinander  wachsen können bis ihre Pflichtschulzeit zu Ende ist. Danach sollten sie dann jeder für sich entscheiden können, wie ihr (schulischer) Weg weitergeht oder ob sie eine Ausbildung machen möchten.

Und an diesem Punkt wollen und können sie das auch. An diesem Punkt erleben wir jedes Jahr, dass es jetzt auch „Zeit wird“. Dass sie herausgewachsen sind aus der FSL, dass sie neue Herausforderungen suchen und wollen, sich an neuen Orten bewähren, neue Erfahrungen machen müssen. Manche weiter gemeinsam, andere mit ganz eigenen, individuellen Ideen. Aber BIS dahin bleiben sie zusammen.

Und –auch wie in den meisten Familien- kommen die „Kinder“ die schon aus dem Haus sind immer wieder und gerne zurück. Sind da beim TaSchu, übernehmen die Kinderbetreuung bei Veranstaltungen, kommen zu Präsentationen und Festen, bleiben ein Teil unserer Gemeinschaft weit über ihre eigene Schulzeit hinaus.

Familiäre Gemeinschaft heißt aber noch viel mehr als das:
„Familiär“ und „Gemeinschaft“ haben einen schönen Klang. Klingen nach Vertrautheit, nach Zusammenhalt, nach „sich aufeinander verlassen können“. Und natürlich wünschen wir uns genau das für unsere Kinder und Jugendlichen und uns selbst, die Erwachsenen, die sie begleiten: euch Eltern und uns Pädagogen.

Aber wie in jeder Familie heißt Familie, heißt Gemeinschaft eben auch „sich aneinander reiben“, manchmal anderer Meinung sein, unterschiedliche Vorstellungen haben, aufeinander zugehen und sich voneinander abgrenzen. Und dennoch gemeinsam weitergehen.

Und das ist der zweite wichtige Punkt: „Familiäre Gemeinschaft“ ist nicht immer nur schön. Familien und Gemeinschaften sind manchmal auch anstrengend, konfrontieren uns mit uns selbst und fordern uns heraus. Immer wieder.

Man liebt seine Geschwister und Eltern und trotzdem gehen sie einem manchmal auch auf die Nerven. Das ist bei uns auch so. Wir erleben wunderbare Momente des Zusammenhalts, der gegenseitigen Unterstützung, haben Spaß miteinander und dann wieder fragt man sich…

Trotzdem und vielleicht gerade dann zusammen weiter zu gehen, gemeinsam Lösungen und Wege zu finden ist in diesem ersten Punkt auch mit gemeint.