Art of Hosting – Ein Erfahrungsbericht

Als wir eingeladen wurden war für niemandem von uns wirklich klar, was genau auf uns zukommen würde. Daher kamen wir ohne große Erwartungen und waren "offen für alles". Zu Anfang kostete es Überwindung, sich auf etwas Neues einzulassen, auf diese Vielzahl von Menschen, und es war umso schöner, sich am Ende für diesen Mut so sehr belohnt zu spüren.

Wenn man in St. Gerold, der Seminarstätte ankommt, spürt man sofort, dass dies ein besonderer und kraftvoller Ort ist, was sich mit den Tagen bestätigte. Trotz der über 100 Teilnehmer zwischen 15 Jahren und ca. 70 Jahren war es angenehm und friedlich. Der erste Abend bot bereits Raum für ein offenes "aufeinander zugehen".

Durch die vielseitigen Angebote der Propstei von Schwimmbad, Klostergarten, Seminarraum oder Feuerstelle konnte sich jeder von uns nach seinen individuellen Bedürfnissen richten. Trotz der vielen Inputs blieb Zeit für Begegnungen und Bekanntschaften auch außerhalb des Trainings. Das Miteinander, das entstand war geradezu beeindruckend, und schon am ersten Tag bildete sich eine wirkliche Gemeinschaft. Vor allem durch die Unterschiede zwischen den Generationen gewannen wir alle, konnten voneinander lernen und durften neue Sichtweisen kennenlernen - aber auch die eigenen unbewertet einbringen. Obwohl sich zuvor kaum einer kannte, wuchs innerhalb kürzester Zeit die Gruppe zusammen - ob mit Jugendlichen oder Erwachsenen, das Alter spielte dabei keine Rolle. Durch jede einzelne Person, jede Pointe, jede kleine Macke gewann die Gemeinschaft an Potential und Vielseitigkeit. Für jeden von uns war es eine ganz besondere und wichtige Lebenserfahrung und es war uns eine Freude, dabeigewesen zu sein. Wir glauben, dass nun jeder eine neue Offenheit an den Tag legen wird. Durch die gelernten Methoden können wir sicherer und mit einem besseren Gefühl in Gesprächen starten und wissen, wie wichtig es ist, immer zuerst mit allem bei sich selber zu beginnen.

Jetzt ist es wieder Zeit, zuhause im gewohnten Leben anzukommen. Im Moment schwirrt der Kopf angesichts all des neu Gelernten, der Projekte und Ideen, wir sind aber sehr aktiv, die erlernten Methoden und Ansichten in unserem Leben weiter anzuwenden. Wir haben in vielen Dingen einen anderen Blick bekommen, und wissen besser, wie man auf verschiedenste Situationen reagieren kann. Dennoch ist es eine Herausforderung, den Alltag mit dem Training zu verbinden - aber, es ist es wert, denn damit kommen wir der Welt, in der wir leben wollen jeden Tag einen kleinen Schritt näher.

Pius Banthe, Raphael Neu, Tim Kordts, Emma Käser, Ellena Schaugg, Ramona Walser

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